Funktional-/Verhaltensoptometrie
Dieses Spezialgebiet der Optometrie
geht mehr auf die Sehverarbeitung ein.
Hier kann es zwar auch zu der Versorgung mit einer „optisch-physikalischen“ Lösung – also einer Brille oder Kontaktlinse kommen, doch steht auch das AKTIVE, was der /die Betreffende selbst für das eigene komfortable Sehen tun kann, im Vordergrund. Es wird anhand einer weitergehenden Messung (Sehfunktionsanalyse) getestet, z.B.
- wie gut und ausdauernd die Augenlinse scharf
stellen kann
- wie ausdauernd die Nah- und Ferneinstellung funktioniert,
- wie koordiniert die Bewegungen der Augen ablaufen,
- ob die Augen ein Team bilden, oder eines wesentlich dominant ist und das andere gar „schläft“,
- ob bei Blicksprüngen das Ziel auf direktem Wege erreicht wird.
Für diese Messungen ist ein erheblicher zeitlicher sowie gerätetechnischer Aufwand notwendig.
Das Erlernen von besser differenzierten
und aufeinander abgestimmten Sehfunktionen geschieht im Zusammenhang mit einem
individuellen optometrischen Visualtraining, dem jene Sehfunktionsanalyse
vorangeht.
Wo hat Visualtraining seinen Ursprung
Schon seit über 80 Jahren gibt es
Bestrebungen, verschiedene Sehfunktionen mit Augenübungen zu verbessern. Auch
in Deutschland waren seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts
Sehschulen nach der Bates-Methodik (genannt nach dem Begründer) bekannt. Nach
dem 2.Weltkrieg verschwanden diese allerdings wieder. Seit ca. 1940 begann man
innerhalb der amerikanischen Optometrie wieder dahingehend zu forschen, dass
gutes Sehen weit mehr als "ein scharfes Bild in irgendeiner Entfernung zu
haben" bedeutet. Also nicht nur Dioptrien nach Sphäre und Zylinder...
bestimmen die Sehqualität, sondern die optimale Koordination aller zum
visuellen System gehörenden Elemente: 2 organisch gesunde Augen, die
Reizweiterleitung und das Gehirn. Gutes Sehen ist die Schnittmenge von 4
Teilaspekten, die ineinander greifen und möglichst gut aufeinander
abgestimmt sein sollten, nämlich:
Augenmotorik (die Augenmuskelarbeit) Akkommodation Vergenzen (die Koordination der beiden
Augen) Visualisation Da Sehen erlernt wird - (bei
Geburt sehen wir unscharf- eher auf die Nähe fixiert und unbunt; das Gehirn muss erst lernen die
Augenmuskeln so zu dirigieren, dass die
Augen jeweils gut abgestimmt zu einander ausgerichtet werden...) - können sich
hier auch Fehlentwicklungen einschleichen. Der Entwicklungsprozess kann z.B.
durch Auslassen der Krabbelphase beeinträchtigt werden. Durch ein gezieltes
Visualtraining kann Fehlentwicklungen gegengesteuert werden und effektives
Sehen erlernt werden.
Voraussetzung sind einerseits 2 organisch gesunde Augen (bitte vorab
beim Augenarzt abklären lassen) und andererseits - wie so oft bei zu Erlernendem
- Disziplin. Die Organisation OEP
(optometric extension program), kümmert sich um die qualifizierte Anwendung
der entstandenen Funktionaloptometrie. Zahlreiche amerikanische wissenschaftliche
Studien bewiesen in der Vergangenheit den Erfolg dieser Vorgehensweise. Deshalb werden
die Begriffe Funktional- und Verhaltensoptometrie oft synonym
verwendet. Ziel von Visualtraining ist es: Ziel des Visualtrainings ist es nicht primär Warum? Lernen/ Alltag heute
(die Augenlinsenarbeit)
(die Sehverarbeitung im weiteren Sinne- z.B. die Bildvorstellung bei
geschlossenen Augen)
In Deutschland findet die Funktionaloptometrie erst seit einigen Jahren
Beachtung, allerdings gibt es in vielen europäischen Ländern schon wesentlich
längere Erfahrungswerte.
Die Funktionaloptometrie beschäftigt sich also mit Funktionsstörungen, die bei
gesunden Augen aufgrund eines gestörten Sehverhaltens oder einer fehlerhaften
Sehentwicklung auftreten. Diese Funktionsstörungen führen meist zu Problemen in
der visuellen Wahrnehmung wie z.B. unsicheres Räumlichkeitsempfinden, was sich
dann oft im Verhalten bemerkbar macht z.B.:
Mein Anliegen ist es: